Trash-Musik
In der Musikszene sind im Laufe der Zeit eine Vielzahl von bewusst als Trash konzipierten Produktionen auf den Markt gebracht worden. Die wahrscheinlich erste Platte dieser Art entstand schon im Jahre 1928 und hatte den Namen „Ich reiß mir eine Wimper aus“. Der Refrain lautete wie folgt:
Ich reiß mir eine Wimper aus und stech dich damit tot.
Dann nehm ich meinen Lippenstift und mach dich damit rot.
Und wenn du dann noch böse bist, weiß ich nur einen Rat:
Ich bestelle mir ein Spiegelei und bespritz dich mit Spinat.
Seit den 1960ern gelang es der Musikindustrie, mittels eines hohen Werbebudgets vereinzelt solche Titel hoch in den Charts zu platzieren. Seit den 1990er Jahren nimmt die Zahl der Veröffentlichungen überhand. In den vergangenen Jahren verbreiteten außerdem zahlreiche „Möchtegern-Künstler“ Trash-Produktionen als MP3-Downloads über das Internet. Darüber hinaus ist umstritten, ob einfache Lieder mit geradlinigem Aufbau und wenigen Akkorden, die extra massenkompatibel produziert wurden, ebenfalls in diese Kategorie gehören.
Erfolgreiche Produzenten beabsichtigter Trash-Musik sind und waren zum Beispiel Mo-Do (Super Gut / Eins, Zwei, Polizei), Die Lollipops (Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad / Eisgekühlte Coca-Cola), DJ Ötzi (Burger Dance / The Music Man), Scooter (Hyper Hyper) und Stefan Raab (Wadde Hadde Dudde Da / Maschendrahtzaun / Hol’ mir mal ‘ne Flasche Bier / Wir kiffen).
Die deutsche Schlagermusik der 1970er Jahre gilt beispielsweise als unfreiwilliger Trash. Der wird gerade deshalb manchmal als Kult verehrt. Interpreten wie Dieter Thomas Kuhn, Guildo Horn und in jüngster Zeit Alexander Marcus bieten ihre Musik ganz bewusst, aber textlich und musikalisch originalgetreu als Trash dar. So verschwimmen die Grenzen zwischen unbeabsichtigter und beabsichtigter Komik.





